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Dr. Jan C. Behrends

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Gewalt und Zivilität: Russland von Brežnev zu Putin

Die Frage der Gewalt nach Stalin – im Spätsozialismus und dann in der Perestroika und der Transformation – steht im Mittelpunkt dieses Projekts. Erste Studien beschäftigen sich mit Michail Gorbačevs Perestroika als „oktroyierter Zivilisierung“ der sowjetischen Gesellschaft, mit der Rolle der Armee in der UdSSR und mit Afghanistan als Gewaltraum, in dem die sowjetischen Soldaten den Partisanenkrieg erlebten. Mittelfristig sollen Faktoren der Zivilisierung – „von oben“ wie in der Perestroika, aber „von unten“ durch zivilgesellschaftliche Gruppen – analysiert und zu den Gewaltkulturen des Parteistaates, aber auch der sowjetischen Gesellschaft in Beziehung gesetzt werden. Ziel ist es, anhand des Begriffspaares Gewalt und Zivilität die Veränderungen der russischen Gesellschaft von den siebziger Jahren bis in die Gegenwart besser zu verstehen.
 



Zwei Wege in der Moderne: Moskau und Chicago (1890-1936)

Die Metropolen Moskau und Chicago standen in ihren nationalen Kontexten für die Versprechen und die Verheerungen der Moderne. Hier gab es neben Aufbruch, Innovation und Integration auch Gewalt, Revolution und Elend. Seit Ende des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der russischen wie der amerikanischen Gesellschaft immer stärker auf die urbanen Probleme: Wie wurden die sozialen und politischen Probleme in Moskau und Chicago beschrieben? Welche Reformvorschläge entstanden im lokalen Kontext und warum? Wer waren ihre Träger? Wie passten diese Reformen in den internationalen Kontext von Sozial- und Stadtreform? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede lassen sich in der Genese der urbanen Moderne in Moskau und Chicago feststellen? Es geht darum zu verstehen, wie in unterschiedlichen kulturellen Kontexten mit den Verheißungen und Bedrohungen des modernen Lebens umgegangen wurde und zu fragen, was wir daraus für unser Verständnis der Moderne ableiten können.
 



Brückenbauer und Grenzgänger: Zeithistoriker im Kalten Krieg

(zusammen mit Dr. Jürgen Danyel)

Geplant ist eine Serie von Experteninterviews mit Historikern, die während des Kalten Krieges erste Kontakte zwischen der bundesdeutschen (Zeit‐)Geschichte und osteuropäischen Kollegen aufbauten. Zeitgleich werden osteuropäische Kollegen, insbesondere aus Polen und Tschechien, über ihre Erfahrungen sprechen. In den Interviews soll die Entwicklung der Zusammenarbeit von ihren Anfängen bis zum Ende des Kalten Krieges anhand der Aussagen ihrer Protagonisten rekonstruiert werden. Es werden sowohl die persönlichen Beziehungen als auch die Themen und Kontroversen thematisiert, die allesamt vom Rahmen des Kalten Krieges geprägt waren. Ziel des Projektes ist es, einen Impuls zur Historisierung der Zeitgeschichte zu geben.

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