Bücher 2011
Axel Fair-Schulz, Mario Keßler "German Scholars in Exile" New Studies in Intellectual History Lexington Books 2011 ISBN: 978-0-7391-5023-8 "German Scholars in Exile" deals with intellectuals who fled Nazi Germany and found refuge in either the United States or in American Services in Great Britain and post-WWII Germany. The volume focuses on scholars who were outside the commonly known Max Horkheimer-Hannah Arendt circles, who are less well-known but not less important. Their experiences ranged from an outstanding career at an Ivy-League university to a return to the German Democratic Republic and a position as an economic advisor to East Berlin's party leadership. None had actual political power, but many asserted some degree of influence. Their intellecutal legacies can still be seen in today's political culture. Rezension in German Studies Review 36/1 / 2013 Das Buch kann bei Lexington Books bestellt werden.
Nicole Kramer "Volksgenossinnen an der Heimatfront" Mobilisierung, Verhalten, Erinnerung Vandenhoeck & Ruprecht 2011 ISBN: 978-3-525-36075-0 Die Studie untersucht bisher wenig beachtete Mobilisierungsformen und Bindekräfte der nationalsozialistischen Kriegsgesellschaft. Sie fasst das engmaschige Organisationsnetz ins Auge, das der Aktivierung von Frauen für Kriegsaufgaben diente, und entdeckt insbesondere den zivilen Luftschutz – von der Brandbekämpfung bis zum Dienst in Auffang- und Rettungsstellen zur Bewältigung von Folgen der Flächenbombardements – als weiblich dominiertes Handlungsfeld. Wie die Einbindung von Frauen in die »kämpfende Volksgemeinschaft« wird auch das Spektrum der Hilfs- und Versorgungsleistungen analysiert, auf die weibliche Kriegshinterbliebene, Ausgebombte und Evakuierte Anspruch hatten. Damit leistet Nicole Kramer zugleich einen markanten Beitrag zur Erforschung der NS-Sozialpolitik. Das Buch kann bei Vandenhoeck & Ruprecht bestellt werden.
Rezension bei Sehepunkte, Ausgabe 12 (2012)
Magda Martini, Thomas Schaarschmidt (Hg.) "Riflessioni sulla DDR" Prospettive internazionali e interdisciplinari vent'anno dopo Il Mulino 2011 ISBN: 978-88-15-15031-8 Der Band präsentiert die Ergebnisse der ersten historischen Konferenz, die sich in Italien mit der DDR befasste. Diese wurde im Oktober 2009 gemeinsam vom Instituto Storico Italo-Germanico in Trento und dem ZZF Potsdam durchgeführt. Der Tagungsband enthält u.a. Beiträge von Martin Sabrow, Mario Keßler, Christoph Kleßmann, André Steiner und Jens Gieseke. Das Buch kann beim Verlag Il Mulino bestellt werden.
Saskia Handro, Thomas Schaarschmidt (Hrsg.) "Aufarbeitung der Aufarbeitung" Die DDR im geschichts-kulturellen Diskurs Wochenschau Verlag 2011 ISBN: 978-3-89974729-4 Seit der Wiedervereinigung ringen im öffentlichen Diskurs unterschiedliche Geschichten und Deutungen der DDR-Vergangenheit um Anerkennung. Dagegen verbindet sich mit der geschichtspolitischen Forderung nach Aufarbeitung der Wunsch nach einem klaren DDR-Bild, das einer Verdrängung und Verharmlosung der zweiten deutschen Diktatur entgegenwirkt. Dieses Spannungsverhältnis zwischen Pluralisierung und Normierung in Geschichtswissenschaft, Geschichtspolitik, Medien und vor allem im Bereich der historisch-politischen Bildung diskutieren die Beiträge dieses Bandes. In der Zusammenschau bieten sie Einsichten in unterschiedlichste Prozesse der Transformation von Erfahrung und Erinnerung und sie verstehen sich als Plädoyer für eine Historisierung des Aufarbeitungsprozesses, auf deren Basis weiterführende Perspektiven historisch-politischer Bildung diskutiert werden können. Das Buch kann beim Wochenschau Verlag bestellt werden.
Jens Gieseke/Hermann Wentker (Hg.) "Die Geschichte der SED" Eine Bestandsaufnahme Metropol Verlag 2011 ISBN: 978-3-86331-042-4 Die SED stand im Zentrum des Herrschaftssystems der DDR – sie bestimmte den Kurs in Politik und Wirtschaft und dirigierte die Staatssicherheit. Fast ein Fünftel der erwachsenen DDR-Bevölkerung war Mitglied der SED. Auch im Alltagsleben kam man an ihren Funktionären und ihrer Propaganda nicht vorbei. Trotz ihrer Bedeutung ist die Geschichte der Partei -Ulbrichts und Honeckers keineswegs umfassend erforscht. Zehn führende Expertinnen und Experten entwerfen -Perspektiven der Parteigeschichte, die die Rolle der SED in der staatssozialistischen Gesellschaft greifbar machen. Das Buch kann beim Metropol Verlag bestellt werden
Rezension von Monika Kaiser in: German Studies Review 36 (1), 2013
Helmut Peitsch/Helen Thein-Peitsch (Hg.) "Walter Boehlich" Kritiker Akademie Verlag 2011 ISBN: 978-3-05-005085-0 Als Walter Boehlich 2006 starb, verwies das Spektrum der Nachrufe – auf den Literaten und Publizisten über den Kritiker zum Polemiker, Aufklärer und Schulmeister: „Prototyp des kritischen Intellektuellen“ – auf die wechselnden Orte, von denen aus Boehlich zur literarischen Kultur der Bundesrepublik beitrug: Literaturwissenschaft und Literaturkritik, Verlagslektorat und Autorschaft, auch in Rundfunk und Fernsehen. 1921 geboren, studierte Boehlich in Breslau und Hamburg Germanistik, war Assistent des Romanisten Ernst Robert Curtius in Bonn und DAAD-Lektor in Aarhus und Madrid. 1957 wurde er Lektor im Suhrkamp Verlag. Nachdem sich dieser 1968 von seinem Cheflektor getrennt hatte, war Boehlich als freier Autor in verschiedenen Medien publizistisch sowie als Übersetzer und Herausgeber tätig. Der Band dokumentiert eine Tagung des Instituts für Germanistik der Universität Potsdam in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum und enthält Beiträge von Ulrike Baureithel, Roland Berbig, Manuela Böhm, Richard Faber, Stefan Goldmann, Peter Uwe Hohendahl, Peter Jehle, Christoph Kapp, Klaus Kröger, Matthias N. Lorenz, Helmut Peitsch, Berthold Petzinna, Julius H. Schoeps, Jürgen Schutte, Matthias Uecker, Peter Urban, Thomas Wegmann und Daniel Weidner. Eine umfassende Bibliographie im Anhang erschließt erstmalig Boehlichs Werk und Wirken in der Bundesrepublik. Das Buch kann beim Akademieverlag bestellt werden Rezension im Tagesspiegel vom 23.10.2011
Martin Sabrow (Hg.) "Leitbilder der Zeitgeschichte" Wie Nationen ihre Vergangenheit denken AVA Akademische Verlagsanstalt 2011 ISBN: 978-3-931982-71-3 Die 16. Helmstedter Universitätstage 2010 befassten sich mit den unterschiedlichen historischen „Meistererzählungen“ der eigenen Nationalgeschichte, die Deutschland und seine europäischen Nachbarn im 20. Jahrhundert und besonders nach 1945 hervorgebracht haben. Die einzelnen Referate ergründeten die Bauformen historischen Erzählens, die das Bild der deutschen Nationalgeschichte im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn geprägt haben und bis heute prägen. Erörtert wurde, wann und warum sich neue Sichtweisen auf die eigene Vergangenheit etabliert hatten und wie die einzelnen Nationalgeschichten der Herausforderung eines europäischen Geschichtsbildes begegnen. Ihren gemeinsamen Fluchtpunkt fanden die einzelnen Analysen in der Frage nach der Rolle der historischen Fachwissenschaft im Wettstreit der unterschiedlichen Meistererzählungen: Wie verträgt sich der unteilbare wissenschaftliche Objektivitätsanspruch mit den überkommenen Kontrastgeschichten der einzelnen Nationen Europas, und wie verträgt er sich mit dem heute so mächtigen Bemühen, eine kohärente europäische Geschichtserzählung zu begründen? Das Buch kann bei AVA Akademische Verlagsanstalt bestellt werden
Rüdiger Hachtmann/Thomas Schaarschmidt/Winfried Süß (Hg.) "Berlin im Nationalsozialismus" Politik und Gesellschaft 1933-1945 Wallstein Verlag ISBN: 978-3-8353-0932-6 Gesellschaftspolitische Transformation und Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg in der Metropolregion Berlin. Bis 1933 verkörperte Berlin für die Nationalsozialisten das Gegenbild ihrer völkischen Gesellschafts- und Kulturvorstellungen: die Stadt war Sinnbild für die charakteristischen Prozessen der industriellen Entwicklung und sozialen Schichtung und die damit verbundenen Konflikte der Moderne. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten rückte die Metropole ins Zentrum des NS-Herrschaftssystems. Berlin galt als Prüfstein für die Fähigkeit des Regimes zur politischen Kontrolle und zur Integration einer äußerst heterogenen urbanen Bevölkerung in die Strukturen der rassisch definierten »Volksgemeinschaft«. Das Buch kann beim Wallstein Verlag bestellt werden
Werner Berthold/Mario Keßler "Klios Jünger" 100 Historiker-Porträts von Homer bis Hobsbawm AVA Akademische Verlagsanstalt 2011 ISBN: 978-3-931982-72-0 Dieses Buch stellt in 100 Porträts Leben und Werk von „Jüngern Klios“ in knappen Skizzen vor. Die Auswahl folgte dabei dem Gedanken, namentlich jene Persönlichkeiten zu porträtieren, die sich in ihrem wissenschaftlichen Tun nicht nur einem Thema zuwandten und ihre Arbeitsansätze disziplinübergreifend konzipierten. Neben Historikern in einem engeren Sinne finden so beispielsweise auch Geschichtsdenker Eingang in den Band, deren Verdienste vor allem in einer synthetisierenden Sicht auf die Geschichte erblickt werden können. Das Buch richtet sich an jene Leser, die nicht nur aus der Geschichte lernen wollen, sondern die auch Biographie und Oeuvre jener Akteure interessiert, die Maßgebliches zum Wissen um die Vergangenheit beigesteuert haben: Lehrer, Schüler, Studenten, Journalisten, im Bereich der politischen Bildung Tätige oder einfach geschichtsbegeisterte Leser jeden Alters. Das Buch kann bei der Akademischen Verlagsanstalt AVA bestellt werden
ab dem 9.9.2011 im Buchhandel Helmut Peitsch/Helen Thein-Peitsch (Hg.) "Walter Boehlich" Die Antwort ist das Unglück der Frage Ausgewählte Schriften Fischer Verlag 2011 ISBN: 978-3-10-046325-8 Ein leidenschaftlicher Büchermensch, ein geborener Kritiker, eine Schlüsselfigur der Geistesgeschichte Nachkriegsdeutschlands: Walter Boehlich (1921—2006) prägte als Cheflektor im Suhrkamp Verlag und später als Autor, Herausgeber und Übersetzer den deutschen Literaturbetrieb. Auch als Kommentator des politischen Tagesgeschehens war seine Stimme über Jahrzehnte zu vernehmen. Aus Anlass seines 90. Geburtstags erscheint eine Auswahl seiner Schriften. Sie zeigen einen Anwalt der Literatur, der nur höchste Maßstäbe gelten ließ. Seine Strenge war gepaart mit Leidenschaft und Liebe – zu Autoren, zu Texten, zur Aufrichtigkeit. Dieser Band bietet einen vielfältigen Einblick in sein Schaffen und setzt ihm ein würdiges Denkmal. Das Buch kann beim Fischer Verlag bestellt werden Auszeichnung als Buch des Monats Oktober 2011 von der Darmstädter Jury Rezension vom 23.10.2011
Hans-Hermann Hertle "Die Berliner Mauer" / "The Berlin Wall Story" Biografie eines Bauwerkes / Biography of a Monument Ch. Links Verlag 2011 ISBN: 978-3-86153-649-9 Nach der erfolgreichen Ausgabe (»Die Berliner Mauer - Monument des Kalten Krieges«) im Großformat legt der Autor nun eine überarbeitete Version im Taschenformat vor. Sie gibt Antwort auf die häufig gestellten Fragen: Wo eigentlich stand die Berliner Mauer? Warum wurde sie gebaut? Wie gelang es immer wieder, sie zu überwinden - und wie viele Menschen kamen dabei zu Tode? Warum ist sie schließlich gefallen? Was erinnert heute noch an das Symbol des Kalten Krieges? Zahlreiche Fotos und Zeichnungen dokumentieren den Auf- und Ausbau der Sperranlagen aus Stacheldraht, Alarmzäunen und Beton. Spektakuläre Fluchtgeschichten und erschütternde Todesfälle werden ebenso in Wort und Bild dargestellt wie die dramatischen Ereignisse um den Fall der Mauer. Neben der deutschen Ausgabe erscheint eine englische Edition. Beide richten sich an das touristische Publikum, das einen preiswerten und kompakten Gesamtüberblick sucht. Das Buch kann beim Ch. Links Verlag bestellt werden Das Buch ist auch in Englisch beim Ch. Links Verlag erhältlich
Rezension zum Buch in der Aachener Zeitung vom 6.8.2011
Rezension zum Buch in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 8.8.2011
Rezension zum Buch im Literaturmarkt.info vom 29.08.2011
Joachim Trenkner/Paulina Gulinska-Jurgiel "Niemieckie lustro"(Deutscher Spiegel) Ein Interview Polskie Wydawnictwo Naukowe/Polnischer Wissenschaftsverlag 2011 ISBN: 978-83-01-16658-8 Die deutsch-polnischen Beziehungen der vergangenen fünfzig Jahre sind beeinflusst von bdeutenden politischen Ereignissen wie dem Bau und Fall der Berliner Mauer, aber auch von persönlichen Schicksalen. Das Buch, ein Interview, das Paulina Gulinska Jurgiel mit dem deutschen Journalisten Joachim Trenkner führte, berücksichtigt beide Aspekte. In dem Gespräch schildert der langjährige Korrespondent der polnischen Wochenzeitschrift "Tygodnik Powszechny" seine Eindrücke über den politischen Umgang der beiden Länder und Geschichten normaler Bürger. Gesellschaftliche und politische Geschehnisse verknüpft die Autorin so zu einer umfassenden Geschichte durch die vergangenen deutsch-polnischer Beziehungen. Das Buch kann beim Polnischen Wissenschaftsverlag bestellt werden
Thomas Reichel "Sozialistisch arbeiten, lernen und leben" Die Brigadebewegung in der DDR (1959 - 1989) Böhlau Verlag, Wien Köln Weimar 2011 ISBN: 978-3-412-20541-6 In diesem Buch wird ein umfassendes und differenziertes Bild der Geschichte der „sozialistischen Brigaden“ entfaltet, das vielfältige Einblicke in die DDR-Gesellschaft der späten Ulbricht-Ära und der Honecker-Ära eröffnet. Gestützt auf eine breite Quellenbasis, von der zentralen bis zur unteren Ebene von SED, FDGB und ausgewählten Industriebetrieben, arbeitet Thomas Reichel die ambivalente Rolle der Brigaden als Sozialisationsinstanz für die Mehrheit der „Werktätigen“ in der DDR heraus. Als eine alltägliche Form der Gemeinschaftsbildung spielten die „sozialistischen Brigaden“ eine entscheidende Rolle bei der „Kollektivierung“ der Gesellschaft und trugen über drei Jahrzehnte zur relativen Stabilität der DDR bei. Das Buch kann beim Böhlau Verlag bestellt werden
Jens Gieseke Die Stasi 1945 - 1990 Pantheon Verlag, München 2011 ISBN: 978-3-570-55161-5 Das Standardwerk in der erweiterten Paperbackausgabe Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR steht für stalinistische Unterdrückung und flächendeckende Überwachung. Als „Schild und Schwert der Partei!“ sicherte es fast vierzig Jahre lang die Herrschaft der kommunistischen SED. Am Ende war die Stasi unter der Führung des gefürchteten Erich Mielke zum – gemessen an der Bevölkerungszahl – größten geheimen Sicherheitsapparat der Welt angewachsen. Jens Gieseke schildert die Geschichte dieses Apparates, der Geheimpolizei und Spionagedienst zugleich war, von den Anfängen der Nachkriegsjahre bis zur Auflösung 1989/90. Er fragt nach der Funktionsweise der Diktatur und nach den Wirkungen von Bespitzelung und Mißtrauen im Alltagsleben. Souverän und präzise führt der Band durch dieses heiß umkämpfte Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte und liefert alle wichtigen Informationen zu Tätern, Informanten und Opfern. In der erweiterten Neuauflage unternimmt Gieseke – zwanzig Jahre nach der Aktenöffnung - einen kritischen Ausblick auf das „zweite Leben“ der Staatssicherheit in Aufarbeitung und Erinnerungskultur des vereinigten Deutschland. Das Buch kann beim Pantheon Verlag bestellt werden
Agnes Arndt/Joachim C. Häberlen/Christiane Reinecke (Hg.)
Vergleichen, Verflechten, Verwirren? Europäische Geschichtsschreibung zwischen Theorie und Praxis
Vandenhoeck & Ruprecht 2011, 348 Seiten ISBN: 978-3-525-30022-0 Vergleich, Transfer und Verflechtung gehören zu den festen theoretischen Größen europäischer Geschichtsschreibung. Sie finden gerade in der jüngsten Forschung verstärkt Beachtung, doch fehlt eine ergiebige Auseinandersetzung mit den Problemen und Möglichkeiten, die sich aus der praktischen Anwendung dieser Ansätze ergeben. Die Beiträge dieses Bandes füllen diese Leerstelle: Historikerinnen und Historiker diskutieren anhand von Beispielen aus der Forschung die Anwendbarkeit und den Mehrwert komparativer Ansätze in der Geschichtsschreibung. Die Vielfalt der gewählten geographischen Zugänge ermöglicht es, die in der historischen Forschung lange dominierende Trennung von west- und osteuropäischer Geschichte kritisch in den Blick zu nehmen. Das Buch kann bei Vandenhoeck & Ruprecht bestellt werden
Melanie Arndt/Margarethe Steinhausen (Hg.)
Wir mussten völlig neu anfangen Opfer der Tschernobylkatastrophe berichten Luther Verlag 2011, 160 Seiten ISBN: 978-3-7858-0596-1
Tschernobyl – düstere Metapher für atomare Verseuchung, Krankheit, Tod und Angst. Nach 25 Jahren schien der erste „größte anzunehmende“ Atomunfall der Geschichte beinahe vergessen zu sein. Mit der Tragödie in Japan rücken die Folgen des „Super-GAU“ von Tschernobyl wieder ins Bewusstsein: Trotz Evakuierung weiter Landstriche leiden noch immer unzählige Menschen in der Ukraine und Weißrussland unter den Nachwirkungen der Strahlenbelastung.
Zeitzeugen berichten, wie einschneidend die Reaktor-katastrophe ihren Alltag verändert hat. Ein Teil von ihnen hat sich entschieden, in der verstrahlten Region zu bleiben. Andere erzählen davon, wie sie mit Hilfe des Vereins „Heim-statt Tschernobyl“ nach Jahren der Resignation wieder Mut für einen Neuanfang in einer unverstrahlten Region gefunden haben. Das Lehmhausprojekt des deutschen Vereins in Weißrussland ist ein Beispiel für die zahlreichen Hilfs-initiativen, die Tschernobyl auch zum Symbol einer länder-übergreifenden Solidaritätsbewegung gemacht haben. Die Fernseh-Journalistin Margarethe Steinhausen und die ZZF-Historikerin Melanie Arndt haben diese ergreifenden Stimmen gesammelt.
Rezension zum Buch in der Neuen Westfälischen vom 29.4.2011
Mario Kessler Kommunismuskritik im westlichen Nachkriegsdeutschland: Franz Borkenau - Richard Löwenthal - Ossip Flechtheim Broschiert Verlag für Berlin-Brandenburg 2011, 234 Seiten ISBN: 978-3-942476-15-7 Die kritische Analyse kommunistischer Ideologie und Herrschaftspraxis gehört heute zum Kanon der politischen und der Wissenschaftskultur der Bundesrepublik. Wichtiger Bezugspunkt sind dabei die Vorarbeiten von Kommunismusforschern, die ab 1945 aus dem Exil in das westliche Deutschland zurückkamen. Sie setzten an die Stelle einer im Dritten Reich ideologisch betriebenen Propaganda die wissenschaftliche Beschäftigung mit der sowjetischen Staatenwelt. Manche der Begründer der neuen Disziplin hatten über ihr einstiges Engagement in der kommunistischen Bewegung zu später Kritik gefunden, hatten im Exil verschiedene Arbeitsweisen und Denkansätze kennen gelernt und nach ihrer Rückkehr politische Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis in ihren Arbeiten zusammenzuführen versucht. Wie weit solche Absichten Erfolge zeitigten, prüft der Autor anhand von drei Fallstudien, in denen es nicht nur um Probleme der Forschung geht, sondern auch um die Lebens- und Denkwege der drei betreffenden Wissenschaftler Franz Borkenau, Richard Löwenthal und Ossip Flechtheim, die wichtigsten aus dem Exil zurückgekehrten Kommunismusforscher ihrer Generation. Der Autor versucht, den Zusammenhängen zwischen wissenschaftlichem Werk und biografischer Erfahrung nachzugehen, und er analysiert, welche Forschungsergebnisse, zu denen Borkenau, Löwenthal und Flechtheim gelangten, heute noch haltbar sind.
Das Buch kann beim Verlag für Berlin-Brandenburg bestellt werden
Melanie Arndt
Das Buch kann bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen bestellt werden
Rezension zum Buch in der FAZ vom 13.4.2011
Annelie Ramsbrock Korrigierte Körper: Eine Geschichte künstlicher Schönheit in der Moderne Hardcover Wallstein Verlag 2011, 307 Seiten ISBN: 978-3-8353-0833-6 Schönheit ist mehr als nur eine Sache des Geschmacksurteils. Seit der Aufklärung folgt ihre Feststellung gleichermaßen wissenschaftlichen Erkenntnissen und sozialen Ordnungsmodellen. Auf welche Weise aber wandelten sich diese Erkenntnisse im Verlauf der Moderne? Welche gesellschaftlichen Strukturen, welche kulturellen Werte spiegeln sich in Schönheitsidealen? Diesen Fragen geht Annelie Ramsbrock nach, indem sie die Geschichte kosmetisch korrigierter Körper als Geschichte ihrer technischen Erzeugung und sozialen Bewertung denkt. Dabei zeigt sie, dass Schönheitsvorstellungen immer auch eine besondere Spielart gesellschaftlicher Selbstbeschreibung waren.
Das Buch kann beim Wallstein Verlag bestellt werden
Rezension auf H-Soz-u-Kult, vom 8. Juni 2012
"Korrigierte Körper " Rezension zum Buch in WDR Resonanzen, 16.5.2011 Frankfurter Allgemeine FAZ.NET "Mit der Höhensonne hat es angefangen" Rezension - Sachbuch, 17.7.2011
DRadio Wissen "Krieg und korrigierte Körper", 5.8.2011 Buchbesprechung in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 31.8.2011
Rezension in der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 9/2011, S.764-766 http://www.metropol-verlag.de/pp/zfg/pp/aktuell.htm
Ralf Ahrens/Norbert Frei/Jörg Osterloh/Tim Schanetzky (Hg.) Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht Broschiert Pantheon Verlag 2011, 912 Seiten ISBN: 978-3570551431 Kein Name verkörpert das Drama der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert klarer als der Name Flick. Zweimal folgte dem beispiellosen Aufstieg der politische und moralische Bankrott. Unter vier politischen Systemen, vom späten Kaiserreich über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis in die Bundesrepublik, war Flick erfolgreich – und scheiterte doch auf ganzer Linie. Was ihm vorschwebte, war ein gewaltiger Konzern, der generationenübergreifend in Familienbesitz bleiben sollte. Aber nach dem Vater versagten die Söhne. Die Techniken, mit denen das Haus Flick politischen Einfluss nahm, um seine unternehmerischen Ziele zu erreichen, waren seit den Zwanzigerjahren auf verhängnisvolle Weise gleich geblieben. Auf die sich verändernden Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik fand der Konzern keine passenden Antworten mehr und ging im Strudel des Parteispendenskandals der Achtzigerjahre unter. Sein Gründer aber blieb bis heute ein Symbol unternehmerischer Skrupellosigkeit und unverstandener Schuld.
Das Buch kann beim Pantheon Verlag bestellt werden
Hans-Hermann Hertle/Maria Nooke (Eds.) The Victims at the Berlin Wall 1961-1989 A biographical Handbook Chr. Links Verlag Berlin 2011, 450 pages ISBN: 978-3-86153-632-1 Although many deaths at the Berlin Wall have been publicized over the years in the media, the number, identity and fate of the victims still remain largely unknown. This book changes this by answering the following questions: How many people actually died at the Berlin Wall between 1961 and 1989? Who were these people? How did they die? How were their relatives and their friends treated after their deaths? What public and political reactions were provoked in the East and the West by these fatalities? What were the consequences for the border guards who pulled the trigger and the military and political leaders who gave them thier orders after the East German border regime collapsed and the Wall fell? How have the victims been commemorated since their deaths? By documenting the lives and circumstances under which these men and women died at the Wall, these deaths are placed in a contemporary historical context. The authors, in addition to systematically researching the relevant archives and examining all the legal proceedings and Stasi documents, also conducted interviews with family menbers and contemporary witnesses.
Das Buch kann beim Ch. Links Verlag bestellt werden Mehr über das Forschungsprojekt
Robert Jütte in Verbindung mit Wolfgang U. Eckart, Hans-Walter Schmuhl und Winfried Süß Medizin und Nationalsozialismus Bilanz und Perspektiven der Forschung Wallstein Verlag Göttingen 2011, 324 Seiten 2. Auflage, Göttingen 2011 (April) ISBN: 978-3-8353-0659-2 Der Forschungsbericht kommentiert die kaum noch überschaubare Literatur zu Medizin und Nationalsozialismus. In knappen Strichen werden die Wege der wissenschaftlichen Annäherung an diesen Themenkomplex nachgezeichnet und Meilensteine, aber auch Desiderate der Forschung benannt. Zentrale Themen sind die NS-Gesundheitspolitik und die ihr zugrundeliegende Weltanschauung, das Gesundheitswesen und die medizinische Forschung im »Dritten Reich«, die medizinische Praxis in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs sowie der Brüche und Kontinuitäten nach 1945. Die Untersuchung schließt Österreich (nach 1938) mit ein. Damit liegen erstmals eine Orientierung über den erreichten Stand sowie ein Wegweiser für zukünftige Forschungen auf diesem Gebiet vor. Das Buch kann beim Wallstein Verlag bestellt werden Rezension zum Buch in der Ärztezeitung vom 30.3.2011 Rezension zum Buch bei Literaturkritik.de vom 27.9.2012
Annette Vowinckel "Das Relationale Zeitalter" Individualität, Normalität und Mittelmaß in der Kultur der Renaissance Wilhelm Fink Verlag 2011 ISBN: 978-0-7705-5124-8 Das Individuum der Renaissance zeichnet sich nicht durch Unverwechselbarkeit, sondern durch Vergleichbarkeit aus. Seit Jacob Burckhardt im Jahr 1860 sein Buch über die Kultur der Renaissance in Italien veröffentlichte, gilt die Epoche als Geburtsstunde des autonomen und unverwechselbaren Individuums. Dem gegenüber steht die Beobachtung, dass die Renaissance ein besonderes Interesse für das Messen und Vergleichen entwickelte, das in den Schriften von Nicolaus Cusanus zu einem philosophisch-theologischen System zusammengefasst wurde. Unter ihrem Einfluss konnte sich das relationale Denken im Verlauf des 15. Jahrhunderts in Europa in allen Bereichen des kulturellen Schaffens durchsetzen. Das Buch kann beim Wilhelm Fink Verlag bestellt werden.
Rezension bei H-Soz-u-Kult vom 13.12.2011