Bücher 2012
Rüdiger Bergien "Die bellizistische Republik. Wehrkonsens und 'Wehrhaftmachung' in Deutschland 1918-1933" Oldenbourg Verlag ISBN: 978-3-486-59181-1 Die geheime Aufrüstung der Weimarer Republik basierte auf einem lagerübergreifenden Wehrkonsens. Von den Republikanern in den Krisen der ersten Jahre zunächst als Form des Republikschutzes mitgetragen, wurde die Unterstützung der "schwarzen Rüstungen" zu einem Element der Weimarer Staatsraison, die auch für die Republikaner verbindlich blieb – selbst dann, als die geheime personelle Rüstung, etwa in Gestalt der Grenzschutzmilizen im preußischen Osten, zur Hochburg eines rechtsradikalen und staatsfeindlichen Paramilitarismus wurde. Der Autor rekonstruiert erstmals die umfassende Unterstützung der Geheimrüstung durch Politik und Verwaltung und belegt die Existenz eines "deep state", eines durch die zivil-militärische Rüstungskooperation konstituierten "Tiefenstaats", der zwar in der republikanischen Ordnung verankert war, aber außerhalb ihrer Normen und Gesetze agierte. Schließlich verortet sie diesen Wehrkonsens in der ideengeschichtlichen Kontinuität bellizistischer, von einem Primat der "Wehrhaftigkeit" ausgehender Denkstile und Deutungsmuster. Das Buch kann beim Oldenbourg Verlag bestellt werden.
Martin Sabrow (Hg.) "1989 und die Rolle der Gewalt" Wallstein 2012 ISBN: 978-3-8353-1059-9 Wie friedlich war die "friedliche Revolution", und welche Rolle spielte Gewalt beim Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Deutschland und Europa? Wie lässt sich das "Wunder" erklären, dass eine der tiefgreifendsten Veränderungen der jüngsten Geschichte weitgehend unblutig verlief? Die Autorinnen und Autoren des Bandes beleuchten die Vorgänge, die zum Ende der kommunistischen Herrschaft in Europa führten, indem sie nach dem Stellenwert des Einsatzes von Gewalt in der DDR und in den anderen Staaten des sowjetischen Satellitensystems fragen. Das Buch kann bei Wallstein bestellt werden.
Neuauflage ab März 2012! Hans-Hermann Hertle/Gerd-Rüdiger Stephan (Hg.) "Das Ende der SED. Die letzten Tage des Zentralkomitees" Ch. Links 2012 ISBN: 978-3-86153-143-2 Unter dem Druck anhaltender Massenproteste und einer massiven Ausreisewelle entmachteten Politbüro und Zentralkomitee der SED am 17. und 18. Oktober 1989 Generalsekretär Erich Honecker. Doch statt einer erhofften Stabilisierung der Macht unter Thronfolger Egon Krenz begann der rapide Zerfall der Partei. Im ZK spielten sich dramatische Auseinandersetzungen und zunehmend tumultartige Szenen ab, die in der Auflösung der alten SED im Dezember 1989 endeten. Die hier vorgelegten Texte geben den Verlauf der 9. bis 12. Tagung des ZK authentisch wieder. Erstmals seit Öffnung der DDR-Archive werden Diskussionen und Entscheidungen aus dem innersten Zirkel der Macht auf der Basis von Original-Tonbandmitschnitten ungekürzt und im vollen Wortlaut dokumentiert. Sie verdeutlichen die Handlungsunfähigkeit der erstarrten SED-Führung angesichts der akuten Krise im Land.
Titel-Ankündigung (pdf) Das Buch kann bei Ch. Links bestellt werden.