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News 2016

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13. September 2016

Sebastian Stahn erhielt Nachwuchspreis der Georg-Agricola-Gesellschaft


Sebastian Stahn (rechts), seit 2012 studentischer Mitarbeiter am ZZF in der Abteilung "Geschichte des Wirtschaftens", ist für seine Masterarbeit mit dem Titel "Von der Kamera zum Schließzylinder. Die Produktgeschichte der Zeiss Ikon AG und die Etablierung des Profilzylinders als Standard in der Sicherheitstechnik, 1919-1999" mit dem Nachwuchspreis 2016 der Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur ausgezeichnet worden. Der Preis wird für die beste deutsche Abschlussarbeit im Feld Technikgeschichte verliehen. Sebastian Stahn hatte seine Masterarbeit im vergangenen Jahr an der Freien Universität Berlin eingereicht. Die Preisverleihung fand am 27. August 2016 auf der Jahrestagung der Georg-Agricola-Gesellschaft im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbeck statt. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.




Foto: Sebastian Stahn (rechts) erhielt den GAG-Nachwuchspreis 2016  von Prof. Dr. Helmuth Albrecht (links, Vorsitzender der Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur e.V.) überreicht. Foto: Axel Rüthrich 



 

14. August 2016

Zum 75. Geburtstag des langjährigen ZZF-Direktors Konrad H. Jarausch


Das Zentrum für Zeithistorische Forschung gratuliert seinem langjährigen Direktor Prof. Dr. Konrad H. Jarausch sehr herzlich zum 75. Geburtstag!
Konrad H. Jarausch ist Lurcy Professor of European Civilization an der University of North Carolina in Chapel Hill. Er leitete von 1998 bis 2006 das ZZF in Potsdam, zunächst zusammen mit Christoph Kleßmann, ab 2004 mit Martin Sabrow. Nebenbei war und ist er Vorsitzender mehrerer historischer Fachgesellschaften und Herausgeber bzw. Redaktionsmitglied verschiedener historischer Fachzeitschriften.
Zu seinem 75. Geburtstag ist die von Thomas Lindenberger und Martin Sabrow im Wallstein Verlag herausgegebene Festschrift "German Zeitgeschichte" erschienen, die das ZZF dem Jubilar widmet.

Zum Beitrag der Redaktion von H-SOZ-KULT anl. des 75. Geburtstages von Konrad H. Jarausch,...

 


  

20. Juli 2016

Promotionsabschluss: Hanno Hochmuth untersucht in seiner Dissertationsschrift die geteilte Geschichte der Berliner Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg

Hanno Hochmuth  hat am 19. Juli 2016 an der Freien Universität Berlin seine Promotion zum Thema „Öffentlichkeit und Privatheit in Friedrichshain und Kreuzberg“ mit der Note „magna cum laude" abgeschlossen. In seiner Dissertationsschrift untersucht Hochmuth die beiden Berliner Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg, die durch den Bau der Berliner Mauer voneinander getrennt wurden, seit dem Fall der Mauer aber wieder zusammenwuchsen und im Jahr 2001 sogar zu einem gemeinsamen Stadtbezirk fusionierten.

Friedrichshain und Kreuzberg bilden für Hochmuth eine "historische Versuchsanordnung", die auf lokaler Ebene einen einzigartigen Blick auf die Zeit der deutschen Teilung erlaubt. Er erzählt eine im doppelten Sinne geteilte Geschichte, die sowohl Aspekte der politisch-gesellschaftlichen Teilung als auch geteilte Herausforderungen betrachtet. Im Zentrum der Untersuchung steht das genuin städtische Wechselverhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit, das Hochmuth exemplarisch anhand von drei lebensweltlichen Feldern untersucht: am Beispiel des Wohnens, der Evangelischen Kirche und der urbanen Vergnügungskultur. Hochmuth zeigt, dass sich die Sphären von Öffentlichkeit und Privatheit in Friedrichshain und Kreuzberg in den Jahren der Teilung dynamisch veränderten: Ein verstärkter Rückzug ins Private ging einher mit der Entstehung neuer Stadtteil- und Gegenöffentlichkeiten. Private und öffentliche Räume wurden neu gestaltet, besetzt und gegen politische Zugriffe verteidigt. Und ein massenmedialer, transnationaler Raum verband den Osten mit dem Westen und prägte die Ausgestaltung privater Lebensstile auf beiden Seiten der Mauer.

Die Dissertation entstand an der Freien Universität Berlin und am ZZF Potsdam. Sie wurde von Prof. Dr. Paul Nolte (Freie Universität Berlin) betreut; Zweitgutachter war Prof. Dr. Konrad H. Jarausch (University of North Carolina at Chapel Hill/Senior Fellow am ZZF). Hanno Hochmuth ist seit 2011 Assistent der Direktion und wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZZF Potsdam.

 


  


19. Juli 2016

Botschafter der Republik Korea zu Besuch im ZZF

Der Botschafter der Republik Korea, S.E. Lee Kyung-soo, war am 19. Juli 2016 in Begleitung des Vereinigungsattachés der Botschaft, Herrn Hwang Seung-hee, zu Besuch im ZZF. Die Direktoren Frank Bösch und Martin Sabrow informierten die Gäste über die Forschungsarbeiten des Instituts zur deutschen Teilung, zum Fall der Mauer und zur Vereinigung. Auf besonderes Interesse stieß auch die Vorstellung der zeitgeschichtlichen Online-Portale des ZZF. Man werde, so das Fazit, in allen insbesondere mit der Wiedervereinigung verbundenen Fragen in Kontakt bleiben. 

 

Foto links: Vor dem ZZF Potsdam, Am Neuen Markt: Botschafter Lee Kyung-Soo (2. v. r.), und Vereinigungsattaché der Botschaft der Republik Korea in Berlin, Hwang Seunghee, mit den ZZF-Direktoren Prof. Dr. Frank Bösch (rechts), Prof. Dr. Martin Sabrow (2. v. li)  und  Wissenschaftler Dr. Hans-Hermann Hertle (Mitte, Experte für die Berliner Mauer).

Foto rechts: Christine Bartlitz - verantwortliche Redakteurin für die ZZF-Portale Docupedia-Zeitgeschichte und Visual History - (hinten, links) stellte den Gästen die wichtigsten zeithistorischen Online-Portale und Angebote des Instituts vor: Zeitgeschichte-online, die Zeitschrift Zeithistorische Forschungen, Docupedia und Visual History.  (Fotos: Marion Schlöttke/ZZF)
  


  

15. Juli 2016

Bodo Mrozek hat an der FU Berlin erfolgreich seine Promotion zur Entstehung einer transnationalen Jugend- und Popkultur in der Mitte des 20. Jahrhunderts abgeschlossen

Bodo Mrozek hat am 12. Juli 2016 an der Freien Universität Berlin seine Promotion zur Entstehung einer transnationalen Jugend- und Popkultur in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Note "summa cum laude" abgeschlossen. In seiner Dissertationsschrift mit dem Titel "Delinquenz und Normalisierung. Von der Jugend- zur Popkultur 1953-1966. Eine transnationale Geschichte“ analysiert Mrozek die Etablierung und Skandalisierung neuer kultureller Formate. Hauptschwerpunkte seiner Untersuchung sind England, Frankreich, die USA und beide deutsche Staaten.

Am Beispiel der Jugend- und Popkultur analysiert Mrozek ein zentrales Gebiet internationaler Verflechtung von Gesellschaften. Hierzu zählt er sowohl die grenzüberschreitenden Ätherräume exterritorialer Seesender („Piratensender“), als auch die Verbreitungsweisen von Körperpraktiken wie Tanzschritten, einer altersspezifischen Mode oder als delinquent skandalisierten Jugendstilen wie „Teddy Boys“, „Halbstarke“ oder „Blouson Noirs“. Als „Schwellenzeit“ der Etablierung einer eigenständigen Popkultur gegen nationalkonservative Kulturpessimismen von rechts und links identifiziert Mrozek das „ungerade Jahrzehnt“ zwischen den „Halbstarkenkrawallen“ von 1956 und dem Jahr 1966, in dem sich ein positiver Popbegriff etablierte. Zwischen diesen Zäsuren hätten sich zunehmend breitere Schichten mit Pop identifiziert und auch die Erwachsenengesellschaft habe sich zunehmend am Ideal einer kulturellen Juvenilisierung orientiert.
Diesen ästhetischen Wandel kontextualisiert Mrozek in seiner Arbeit mit gesellschaftlichen Faktoren wie der Demographie, dem Kalten Krieg oder der Dekolonialisierung sowie mit konkreten Politiken und legislativen Maßnahmen etwa der Zensur oder des Jugendschutzes. „Pop ist ein relevantes Feld einer Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts“, resümiert Mrozek seine Arbeit.

Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Paul Nolte (Freie Universität Berlin) betreut; Zweitgutachter war Prof. Dr. Detlef Siegfried (Kopenhagen). Mrozek war seit 2010 assoziierter Doktorand der Abteilung III "Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft". Er war u.a. Stipendiat an den Deutschen Historischen Instituten in London, Paris und Washington sowie visiting scholar an der Columbia University, der University of London (Queen Mary) und der Université de Versailles. Er war Mitglied einer Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und hatte Lehraufträge an der Freien Universität und der Humboldt-Universität. Gegenwärtig ist Bodo Mrozek wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZZF Potsdam.
 



14. Juni 2016


Leibniz-Präsident Prof. Dr. Matthias Kleiner informierte sich über ZZF-Forschungsprojekte

 


  


Foto links:
Die ZZF-Direktoren Prof. Dr. Frank Bösch (rechts) und  Prof. Dr. Martin Sabrow (2. v. li)  begrüßten Leibniz-Präsident Prof. Dr. Matthias Kleiner (Mitte) auf dem Neuen Markt in Potsdam.
Links Dr. Sabine Müller, Referentin der Leibniz-Sektion A und  ZZF-Verwaltungschefin Ursula Schulz(Foto: Hans-Hermann Hertle).
Foto rechts: Leibniz-Präsident Matthias Kleiner traf sich zum Gespräch mit ZZF-Nachwuchswissenschaftlern in der Instituts-Bibliothek (Foto: Marion Schlöttke)

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner besuchte erstmals seit seinem Amtsantritt vor fast zwei Jahren am 13. Juni 2016 das ZZF. In zahlreichen Gesprächen informierte sich der Präsident über Arbeitsschwerpunkte des ZZF und ausgewählte Forschungsprojekte. Besonders interessiert zeigte sich der Präsident an Fragen und Herausforderungen der digitalen Geschichtswissenschaft, die einen Schwerpunkt am ZZF bildet. So erläuterten Wissenschaftler/innen der Abteilung "Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft" die Online-Portale Zeitgeschichte-Online, Zeithistorische Forschungen und Docupedia. Bei seinem dreistündigen Besuch standen desweiteren Projektvorstellungen zur NS-Geschichte und zur Behördenforschung sowie zur Kommunismusgeschichte und zur Geschichte der Verhaltensbeobachtung und Verhaltensregulierung auf dem Programm.
Am zweiten Standort des ZZF "Am Neuen Markt 9d" machte Präsident Kleiner einen Rundgang durch die Bibliothek des ZZF, deren Präsenzbestand von jedem Interessierten genutzt werden kann.
Zum Abschluss suchte der Präsident das Gespräch mit Nachwuchswissenschaftlern des Instituts.

Das ZZF ist eines von 88 Leibniz-Instituten und in deren Sektion A - Geisteswissenschaften und Bildungsforschung angesiedelt.

 


 

13. Juni 2016


Richard Oehmig verteidigte erfolgreich seine Dissertation zum Thema "'Besorgt mal Filme!' Der internationale Programmhandel des DDR-Fernsehens"

Richard Oehmig hat am 11. Mai 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin seine Promotion zum internationalen Programmhandel im Fernsehen der DDR mit der Note "magna cum laude" abgeschlossen.
In seiner Dissertation mit dem Titel "'Besorgt mal Filme!' Der internationale Programmhandel des DDR-Fernsehens zeigt Oehmig auf, dass beim internationalen Programmtransfer sich die Verflechtungen zwischen den verfeindeten Lagern während des Kalten Kriges seit den 1950er Jahren kontinuierlich erweiterten und auch in Hochphasen der Ost-West-Konfrontation es nie zu einem Zusammenbruch der Handelsbeziehungen gekommen ist.

Den Massenmedien kam während des Kalten Krieges eine zentrale Rolle als Botschafter und Propagandainstrument zu. Mediale Einflüsse von außen oder gar gewollter Austausch waren in der DDR unter diesen Bedingungen scheinbar nicht erwünscht. Auf Dauer, so Oehmig in seiner Arbeit,  konnte sich das sozialistische Fernsehen der DDR nicht vom weltweiten Handel mit Programmen und Formaten abkoppeln. Zugleich sei das eigene Angebot an Filmen und Dienstleistungen nicht ausreichend gewesen, um dem chronischen Devisenmangel im Land wirksam abzuhelfen. Der Programmhandel des DDR-Fernsehens führte zur Durchsetzung ökonomischer Prinzipien auf Kosten sozialistischer Ideale, lautet das Fazit der Promotionsarbeit.

Oehmigs Dissertation wurde von Prof. Dr. Martin Sabrow (ZZF Potsdam / Humboldt-Universität zu Berlin) und Priv.-Dozentin und ZZF-Abteilungsleiterin Dr. Annette Vowinckel betreut. Richard Oehmig war von 2011 bis 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZZF Potsdam in Abteilung III "Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft". Sein Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Die Buchfassung der Dissertation wird im Dezember 2016 im Wallstein Verlag erscheinen als Band sieben in der ZZF-Publikationsreihe "Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert" (hrsg. von Frank Bösch und Christoph Classen). Seit 2014 ist Richard Oehmig am ZZF assoziierter Wissenschaftler.
 


23. Mai 2016


"Herausragende Geschichtsforschung - wertvolle Arbeit"

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke zu Besuch im ZZF
 


  


Foto links: Die ZZF-Direktoren Prof. Dr. Frank Bösch (li) und Prof. Dr. Martin Sabrow (re) mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke auf dem Neuen Markt in Potsdam. Foto rechts: ZZF-Wissenschaftler/innen stellen dem Ministerpräsidenten ausgewählte Projekte des Instituts vor. Fotos (2): Hans-Hermann Hertle

Bei seinem Besuch im ZZF bezeichnete Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke die Leistungen des ZZF als "herausragende Geschichtsforschung und wertvolle Arbeit". Die Bedeutung des ZZF bei der Erforschung der jüngsten Zeitgeschichte und der DDR-Diktatur werde weiter zunehmen, sagte der Ministerpräsident. Er informierte sich im Institut v.a. über aktuelle Projekte mit Brandenburg-Bezug und über die Online-Portale Zeitgeschichte Online, Docupedia und die Zeitschrift Zeithistorische Forschungen. Dr. Jürgen Danyel stellte das Ausstellungsprojekt "Waldsiedlung Wandlitz - Eine Landschaft der Macht" im Barnim Panorama vor. Dr. Kerstin Brückweh informierte über das neue Projekt im Leibniz-Wettbewerbsverfahren zum Wandel von Eigentumsverhältnissen, Konsum, Bildung und politischer Kultur in Brandenburg (1980-2000), das unter dem Titel "Lange Geschichte der 'Wende'" gerade am ZZF gestartet ist. Und Dr. Jutta Braun und Dr. Peter Ulrich Weiß stellten ihr abgeschlossenes Projekt zur Transformation der Stadtgesellschaft in Potsdam vor.


Ministerpräsident Woidke zeigte sich von dem Forschungsprogramm des Instituts und seinen Leistungen beeindruckt: „Das ZZF ist ein sehr erfolgreich arbeitendes Institut. Es hat sich aus dem Forschungsschwerpunkt „Zeithistorische Studien“ zu einem Geisteswissenschaftlichen Zentrum entwickelt und ist aufgrund seiner herausragenden Forschungsaktivitäten 2009 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft geworden. Ich danke den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihren Beitrag zur Geschichtsforschung und -aufarbeitung. Dies war, ist und bleibt eine überaus wertvolle Arbeit.“ Woidke lobte insbesondere, dass das ZZF seine Forschungsergebnisse durch zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Davon zeugten die aktuelle Ausstellung zur Geschichte der Waldsiedlung des SED-Politbüros in Wandlitz sowie die Dauerausstellung in der Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße, die mit Unterstützung der Landesregierung und der Landeshauptstadt gerade in eine Stiftung überführt und gesichert worden sei.


Zudem machte der Ministerpräsident einen kurzen Rundgang durch die moderne Bibliothek des ZZF. Im abschließenden Gespräch vor zahlreichen Mitarbeitern des ZZF sagte Ministerpräsident Woidke u.a., dass es auch aufgrund der gegenwärtigen rechten Strömungen sehr wichtig sei, aus der Geschichte Lehren zu ziehen und deshalb die wissenschaftliche Forschungsarbeit des ZZF immens wichtig sei und bleibe.

 

Presse-Information, Besuch von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke im ZZF Potsdam (pdf)



13. Mai 2016


Ausstellung "Waldsiedlung Wandlitz - Eine Landschaft der Macht" eröffnet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild links: Das Ausstellungsteam vor dem Dienstwagen, einem Volvo Bj. 1980, den Erich Mielke fuhr: (v.l.n.r.) Kuratorin Dr. Elke Kimmel, Dr. Jürgen Danyel (ZZF Potsdam), Dr. Claudia Schmid-Rathjen (Kulturamt Wandlitz) und Dr. Christine Papendieck (Museum Barnim Panorama), Foto: Marion Schlöttke/ZZF.
Bild rechts: In diesem Haus in  der Waldsiedlung Wandlitz wohnte Erich Honecker mit seiner Familie. Das Haus wird heute von der Brandenburg-Klinik genutzt. Vor dem Haus informiert eine Tafel Spaziergänger und Besucher über die Geschichte des Hauses. Die Infotafel ist Teil der Ausstellung, Foto: Hans-Hermann Hertle/ZZF.

 

Ein Volvo, den Staatssicherheitschef Erich Mielke nutzte, und ein Strohhut, den Staatschef Erich Honecker trug, sind zwei der über 100 Exponate, die Besucher seit gestern in der Ausstellung "Waldsiedlung Wandlitz - Eine Landschaft der Macht" im Barnim Panorama in Wandlitz sehen können.
"Die Waldsiedlung spiegelt die Politik, das System und die Geschichte der DDR wieder. Wir haben in der Ausstellung auch die Auswirkungen des damaligen DDR-Wohngettos auf die Gemeinde Wandlitz miteinbezogen", sagt Dr. Jürgen Danyel (ZZF Potsdam). Er leitete zusammen mit Dr. Claudia Schmid-Rathjen (Leiterin des Kulturamts Wandlitz) das Ausstellungsprojekt. Das Kooperationsprojekt des ZZF Potsdam und der Gemeinde Wandlitz wurde gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK). "Das Projekt ist ein sehr gelungener Beitrag zur Vermittlung der Geschichte von Herrschaft und Alltag in der DDR. Und zudem eine sehr produktive Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Kuratoren und Wissenschaft", lobte Dr. Petra Hausstein als MWFK-Vertreterin bei ihrer Begrüßungsrede vor den zahlreich erschienenen Besuchern im großen Museums-Saal die Ausstellung. Danach ging es aufgrund des großen Andrangs in kleinen Besuchergruppen durch die Ausstellung in der ersten Etage des  Barnim Panoramas.

Kuratorin Dr. Elke Kimmel hat zahlreiche Dokumente, Fotos, Exponate und Presseartikel zusammengetragen. Zudem können sich die Besucher anhand einer  Video- und einer Audiostation sowie einer begehbaren Bodenkarte ein Bild über die Waldsiedlung Wandlitz machen, die geographisch zu Bernau gehört: Hier lebten die Mitglieder des SED-Politbüros mit ihren Familien in 21 Wohnhäusern mit zahlreichen Privilegien und 650 Bediensteten abgeschottet von der DDR-Bevölkerung.
Zur Ausstellung gehören auch neun Tafeln, die auf dem 160 Hektar großen Gelände der Waldsiedlung Wandlitz für Spaziergänger und Besucher u.a. über die Geschichte einzelner Häuser informieren. Die Brandenburg-Klinik übernahm 1990 das Gelände und nutzt bis heute u.a. auch die 21 ehemaligen SED-Wohnhäuser für ihren Klinikbetrieb. Nur noch in Ausnahmefällen sind in Häusern Originalsituationen erhalten, so im Wohnhaus von Walter Ulbricht eine Einbaubibliothek sowie ein Mosaik mit Friedenstaube.
 

Die Ausstellung ist vom 12. Mai bis zum 9. November 2016 im Barnim Panorama  Breitscheidstraße 8-9 in 16348 Wandlitz zu sehen.
 

Mehr zur Ausstellung, den Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Begleit-Publikationen...

Ausstellungsflyer (pdf)

 


Medienberichte über die Eröffnung der Ausstellung "Wohnsiedlung Wandlitz - Eine Landschaft der Macht" (Auswahl):


Ausflugstipp Wandlitz,
in: rbb Abendschau vom 28. Mai 2016
 

Innenansichten aus dem Ghetto, in: taz vom 27. Mai 2016


Zwischen Luxus und Tristesse
, in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 18. Mai 2016


Wandlitz ohne Legenden, in: Berliner Zeitung vom 18. Mai 2016
(Beitrag leider nicht online)

Soziale Kälte und großes Misstrauen, in: Märkische Online-Zeitung vom 13. Mai 2016 

Schau in Wandlitz zeigt abgeschottete Welt der SED-Führung, in: Die Welt vom 12. Mai 2016

Leben wie Honeckers in Wandlitz, in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 12. Mai 2016

Das geheime Leben der DDR-Bonzen, in: BZ vom 12. Mai 2016

Volvograd liegt in Wandlitz, in: neues deutschland vom 17. Mai 2016 (Dieser Artikel ist leider nicht kostenlos Online verfügbar)

 


02. Mai 2016


Sebastian Brünger verteidigte erfolgreich seine Dissertation "Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit"

 

 

 

Sebastian Brünger hat am 20. April 2016 seine Promotion zum Thema "Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit" mit der Note "magna cum laude" abgeschlossen.
Am Beispiel von vier deutschen Konzernen (Bayer, Deutsche Bank, Daimler und Degussa) untersucht er die Kontinuitäten und Brüche der Vergangenheitsbearbeitung deutscher Konzerne seit 1945 und erweitert damit die zeitgeschichtliche Perspektive auf die deutsche Geschichtskultur um die Dimension der Unternehmensgeschichte.

Im Mittelpunkt seiner Untersuchung stehen Fragen nach Narrativen, Strategien und Formen der unternehmerischen Vergangenheitsbearbeitung, die diskursiv in ihre jeweilige Zeit eingebettet und im Kontext von Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft analysiert werden. Im Ergebnis zeigt die Geschichte des Umgangs deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit, dass Unternehmen sowohl Subjekte als auch Objekte der Vergangenheitsdiskurse in Deutschland seit 1945 gewesen sind. Der unternehmerische Modus der Vergangenheitsbearbeitung hat die Veränderungen der deutschen Geschichtskultur - zum Teil mit Verzögerung - nachvollzogen bzw. mitbestimmt: Von der apologetischen Entlastung über die umstrittene Bewältigung bis hin zur demonstrativen Aufarbeitung. Dieser Paradigmenwandel schlägt sich auch in den historischen Selbstdarstellungen der Konzerne nieder, wobei Erzählmuster wie etwa das vom "anständigen Kaufmann" oder vom "Werkzeug" der NS-Politik noch immer in Versatzstücken die Selbstbilder der Konzerne unterlegen. Grundsätzlich ist die Unternehmensgeschichtsschreibung in Deutschland geprägt gewesen von einem markanten Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaft.
Ungeachtet ihrer Forschungsleistungen sind Historiker dabei stets ein wichtiger Legitimations- und Imagefaktor für die Unternehmen gewesen. Hinsichtlich des Verhältnisses von Geschichte und Gewinn lässt sich für Unternehmen als Akteure der deutschen Geschichtskultur zusammenfassen: Die Vergangenheitsbearbeitung sozialer Gruppen ist auch in Großunternehmen weniger von den strategischen Intentionen ihrer Mitglieder geprägt, als von der Kraft der vergangenheitsbezogenen Sinnwelten, in der sie leben.

Brüngers Dissertation wurde von Prof. Dr. Martin Sabrow (ZZF Potsdam / Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Michael Wildt (Humboldt-Universität zu Berlin) betreut. Sebastian Brünger ist assoziierter Doktorand der Abteilung II "Geschichte des Wirtschaftens" des ZZF Potsdam. Seine Forschungen wurden durch die Friedrich-Naumann-Stiftung gefördert. Seit Februar 2016 hat er die Leitung eines Förderprogramms ("Kooperationen im Theater") bei der Kulturstiftung des Bundes übernommen.

 


 

  

21. April 2016

ZZF-Mitarbeiter erhalten Preise zur Förderung exzellenter geistes- und sozialwissenschaftlicher Publikationen

Mit dem "Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke", den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt, der Fritz Thyssen Stiftung und der VG Wort vergibt, wurden zwei Werke von ZZF-Mitarbeitern ausgezeichnet. ZZF-Abteilungsleiter Rüdiger Graf erhielt die Förderung für seine Habilitationsschrift "Öl und Souveränität" (De Gruyter Oldenbourg), ebenso der von Direktor Frank Bösch editierte Band "Geteilte Geschichte. Ost- und Westdeutschland, 1970-2000)"(Vandenhoeck & Ruprecht), den zahlreiche ZZF-Mitarbeiter gemeinsam verfasst haben. Beide Bücher werden nun in englischer Sprache erscheinen.

                            

 

Geisteswissenschaften International: Zur Liste der ausgezeichneten 17 Werke, Ausschreibung April 2016



21. März 2016

Neue ZZF-Schriftenreihe auf Leipziger Buchmesse vorgestellt

Mit dem von Melanie Arndt herausgegebenen Band "Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl" eröffnet das ZZF eine neue Reihe "Kommunismus und Gesellschaft" im Berliner Ch. Links Verlag. Am Wochenende wurde sie auf der Leipziger Buchmesse im "Zeitgeschichtlichen Forum" präsentiert.
Die Schriftenreihe wird Studien zum Kommunismus als diktatorischer Staats- und Gesellschaftsordnung und als intellektueller Welt versammeln, die einen integrierten Ansatz von Politik-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte verfolgen. Im Zentrum steht dabei die Erforschung der sozialen Praxis kommunistischer Herrschaft in den Gesellschaften der DDR, der Sowjetunion und des europäischen Ostblocks. Ausgehend von der diktatorischen Verfassung und dem totalitären Charakter der Denkwelt des Kommunismus als Herrschaftssystem fragt diese Kommunismusforschung nach dem Innenleben und den Wandlungsprozessen der Gesellschaften sowie nach der Wirkungsmacht sozialer und mentaler Prägungen. Die Schriftenreihe wird am ZZF von Dr. Jens Gieseke, Prof. Dr. Thomas Lindenberger und Prof. Dr. Martin Sabrow herausgegeben.
Das ZZF zeigte auf der Buchmesse eine starke Präsenz: Im Rahmen des Buchfestes "Leipzig liest" stellten auch Mario Keßler, Thomas Schaarschmidt, Hans-Hermann Hertle und Uwe Sonnenberg ihre zuletzt erschienen Publikationen vor.  
 

Foto: Thomas Lindenberger, Verleger Christoph Links, Melanie Arndt und Jens Gieseke stellten die neue ZZF-Buchreihe auf der Leipziger Buchmesse 2016 vor. Foto: Hans-Hermann Hertle



17. März 2016

Zum Tod von Dr. Jochen Laufer

3. September 1956 - 16. März 2016
 

Fassungslos und voller Trauer müssen wir bekannt geben, dass unser lieber Kollege Jochen Laufer am 16. März völlig unerwartet verstorben ist.

Er gehörte zur ersten Generation der wissenschaftlichen Mitarbeiter unseres Instituts und hat seine selbstgestellte Lebensaufgabe einer möglichst umfassenden und von den politischen Umständen der deutsch-russischen Beziehungen unbeeindruckten Quellenedition „Die UdSSR und die deutsche Frage von 1941 bis 1953" über zwanzig Jahre hinweg mit bewundernswerter Energie vorangetrieben. Mit welcher Zähigkeit er sich dabei nicht nur gegen die sich verschlechternden fachlichen Rahmenbedingungen dieses ehrgeizigen Vorhabens, sondern auch gegen seine nachlassenden körperlichen Kräfte stemmte, hat jeden mit Bewunderung erfüllt, der ihn näher kannte.
Sein plötzlicher Tod hinterlässt am ZZF und in der Fachcommunity der deutsch-russischen Zeithistoriker eine große Lücke.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Sylvia und seinen Kindern.

                                                 Direktion und Mitarbeiter/innen des Zentrums für Zeithistorische
                                                 Forschung Potsdam, 17. März 2016

Die Beerdigung von Jochen Laufer wird am Montag, dem 11.4. um 12 Uhr auf dem Friedhof in Friedenau, Stubenrauchstraße 43–45, 12161 Berlin, stattfinden.
 



11. Februar 2016

IfZ-ZZF-Studie zur NS-Aufarbeitung in Bundesministerien und Behörden

Seit etwa einem Jahrzehnt haben rund ein Dutzend Bundesministerien und größere Bundesbehörden damit begonnen, ihre Geschichte durch Unabhängige Historikerkommissionen und im Rahmen zeithistorischer Forschungsprojekte untersuchen zu lassen. Um der Politik, der Wissenschaft und nicht zuletzt der interessierten Öffentlichkeit einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und den bestehenden Forschungsbedarf zur Aufarbeitung der frühen Nachkriegsgeschichte von Bundesministerien und Behörden in der Bundesrepublik Deutschland und der Ministerien und Behörden der DDR zu verschaffen, haben das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ) und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) auf Bitte der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) eine Bestandsaufnahme erarbeitet.

Bereits im Juni 2011 war im Deutschen Bundestag in zwei nahezu wortgleichen Anträgen gefordert worden, eine „Übersicht über bereits erfolgte Forschungen, laufende Projekte sowie bestehende Forschungslücken“ in Auftrag zu geben. Im November 2012 forderte der Bundestag die Bundesregierung mit großer Mehrheit dazu auf, das IfZ und das ZZF mit der Erstellung einer Bestandsaufnahme laufender und abgeschlossener Forschungsprojekte zu beauftragen, die „bestehendes Wissen und aktuelles Erkenntnisinteresse“ zusammenführen solle. Diese Forderung fand im Herbst 2013 auch Eingang in den Koalitionsvertrag. Im Januar 2015 vereinbarte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit dem IfZ und dem ZZF die Erstellung der Studie, die als IfZ-/ZZF-Kooperationsprojekt zwischen Mai und Oktober 2015 erarbeitet wurde.

Die Studie von Christian Mentel und  Niels Weise unter dem Titel  Die zentralen deutschen Behörden und der Nationalsozialismus. Stand und Perspektiven der Forschung, hg. von Frank Bösch, Martin Sabrow und Andreas Wirsching, München/Potsdam 2016 (188 Seiten) ist online auf den Internetseiten des IfZ, des ZZF und der BKM erschienen, und wird ab Mitte Februar auch als gedruckte Broschüre erhältlich sein.

Sie umreißt die bisherigen Ergebnisse der durch die Ministerien und Behörden unterstützen – in vielen Fällen noch nicht abgeschlossenen – Forschungsprojekte vor dem Hintergrund des allgemeinen Forschungsstandes. Sie konzentriert sich dabei auf institutionelle, sachliche und personelle Kontinuitäten zum Nationalsozialismus und zur Geschichte etwaiger (partieller) Vorgängerinstitutionen vor 1945 von insgesamt 36 west- und ostdeutschen Institutionen (Bundesministerien, sonstige Oberste Bundesbehörden, Bundesoberbehörden, Ministerien und Behörden der DDR, Bundestag, Volkskammer und Zentralkomittee der SED) von 1949 bis 1969. Dabei steht auch im Fokus, wie in den Nachkriegsinstitutionen mit diesen Kontinuitäten und der Frage der NS-Belastung umgegangen wurde. Die Bestandsaufnahme liefert damit eine konzise Überblicksdarstellung über ein sehr heterogenes Feld, die in dieser Form bislang fehlte.

Daneben zeigt die Studie aber auch mögliche Perspektiven für den weiteren Fortgang der Forschung auf und stellt Kriterien zur Diskussion, anhand derer eruiert werden kann, ob die Untersuchung einer konkreten staatlichen Einrichtung hinsichtlich ihrer NS-Vergangenheit und ihres Umgangs damit lohnend wäre.

Zum Download:
Christian Mentel und Niels Weise: Die zentralen deutschen Behörden und der Nationalsozialismus. Stand und Perspektiven der Forschung, hg. von Frank Bösch, Martin Sabrow und Andreas Wirsching, München/Potsdam 2016
(pdf)


Druckexemplare verschickt das ZZF auf Anfrage an Interessenten/innen, 
senden Sie eine Email an:
Marion Schlöttke, Bereich Öffentlichkeitsarbeit: schloettke@zzf-potsdam.de

 



29. Januar 2016

Fanny Le Bonhomme verteidigte erfolgreich ihre Dissertation
"Psychiatrie und Gesellschaft in der Deutschen Demokratischen Republik"

Fanny Le Bonhomme hat am 29. Januar 2016 ihre im Rahmen einer Co-tutelle-Vereinbarung zwischen den Universitäten Potsdam und Rennes betreute Dissertation „Psychiatrie et société en République Démocratique Allemande. Histoires de patients de la clinique psychiatrique et neurologique de la Charité (Berlin-Est, 1960-1968) / Psychiatrie und Gesellschaft in der Deutschen Demokratischen Republik. Geschichten von Patienten der Psychiatrischen und Nervenklinik der Charité (Ost-Berlin, 1960-1968)“ mit den Prädikaten „summa cum laude“ bzw. „mention très honorable“ abgeschlossen. Anhand von 160 Patientenakten der Nervenklinik der Berliner Charité untersucht sie, wie politische Spannungen und Konfliktlagen, die im DDR-Alltag der 1960er Jahre unausgesprochen bleiben mussten, im geschützten Raum psychotherapeutischer und psychiatrischer Therapien von Patientinnen und Patienten zur Sprache gebracht wurden und wie Ärzte und Psychologen damit umgingen.

 


Tabuthemen wie die „Mauerkrankheit“ oder die nachhaltige Traumatisierung von während des Kriegsendes von Rotarmisten vergewaltigten Frauen, aber auch die Überforderung von SED-Genossinnen und Genossen durch die rigorose Parteidisziplin fanden Eingang in eine therapeutische Praxis, deren konzeptionelle Grundlagen und Methoden weithin den zu dieser Zeit in Ost und West vorherrschenden medizinischen Standards entsprachen (im Gegensatz zur politisch instrumentalisierten Psychiatrie in der Sowjetunion). Die Arbeit leistet damit einen Beitrag sowohl zur Zeitgeschichte der Psychiatrie wie zur Alltags- und Mentalitätsgeschichte der DDR.

 


Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Thomas Lindenberger (Potsdam) und Prof. Dr. Jacqueline Sainclivier (Rennes) betreut; ferner gehörten der jury de soutenance Prof. Dr. Sandrine Kott (Genf), Prof. Dr. Isabelle von Bueltzingsloewen (Lyon) sowie Prof. Dr. Volker Hess (Humboldt-Universität zu Berlin) an. Fanny Le Bonhomme ist assoziierte Doktorandin der Abteilung „Kommunismus und Gesellschaft“ des ZZF Potsdam und am Centre Marc Bloch (Berlin). Ihre Forschungen wurden durch die Universität Rennes 2, das Centre Marc Bloch, den DAAD und das ZZF Potsdam gefördert.

 




 


26. Januar 2016

 

Fotoausstellung "Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte" eröffnet


Bundesumweltministerin Barbara Hendricks eröffnete am 26. Januar 2016 eine Fotoausstellung zur Geschichte des BMUB-Dienstgebäudes am Potsdamer Platz. Das Projekt wurde fachlich von der "Stiftung Berliner Mauer" (Prof. Dr. Axel Klausmeier), der Berlin Wall Expo und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (Dr. Hans-Hermann Hertle)  begleitet.
Foto: BMUB/Sascha Hilgers



Unter dem Titel "Zwischen Ost und West: Ein Gebäude im Wandel deutscher Geschichte" wird mit eindrucksvollen Bilddokumenten die wechselvolle Historie des Gebäudes in der Stresemannstraße 128-130 gezeigt: Von der Fertigstellung des Baus vor genau 100 Jahren über seine Lage inmitten der DDR-Grenzsperranlagen bis zu seinem Umbau als Dienstgebäude des Ministeriums.

 

 

 

Hier gelangen Sie zur Rede von Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks

 

 Foto: BMUB/Sascha Hilgers

  

 


 

18. Januar 2016

Martin Schmitt erhielt Nachwuchs-Förderpreis Kommunikationsgeschichte

ZZF-Wissenschaftler Martin Schmitt wurde am vergangenen Freitag (15. Januar) mit dem Nachwuchsförderpreis Kommunikations-geschichte 2016 ausgezeichnet. In seiner preisgekrönten Magisterarbeit historisiert er die Frühgeschichte des Internet in den USA von 1967-1975. Dabei zeigt er auf, wie das Internet als kybernetisches System im Kalten Krieg konzipiert wurde und damit von Anfang sowohl emanzipatorische als auch überwachend-zentralistische Interessen bediente. Die Kuratoren hoben vor allem hervor, dass mit der Arbeit eine Forschungslücke geschlossen wird, wie auch ihre methodische wie quellengestützte Analysekraft. Der Preis wird verliehen von der Fachgruppe Kommunikationsgeschichte der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und ist mit 500 Euro dotiert. Martin Schmitt promoviert seit 2014 am ZZF Potsdam in Abteilung II mit einem Projekt zur"Computerisierung"


 Foto: Martin Schmitt (dritter von links), Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Abteilung II am ZZF Potsdam, wurde für seine Magisterarbeit am 15. Januar   2016  mit dem Nachwuchsförderpreis Kommunikationsgeschichte ausgezeichnet. Foto: DGPuK


 

13. Januar 2016

Thomas Schaarschmidt zum außerplanmäßigen Professor ernannt 

Der Präsident der Universität Potsdam, Professor Oliver Günther, hat Priv.-Doz. Dr. Thomas Schaarschmidt am 13. Januar 2016 die Würde eines außerplanmäßigen Professors verliehen. Schaarschmidt ist seit 2004 am ZZF Potsdam tätig und leitet dort seit 2009 die Abteilung "Regime des Sozialen". In seiner Forschungsarbeit befasst er sich vor allem mit der Mobilisierung der Berliner Großstadtbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Die Urkunde für seine Ernennung wird Thomas Schaarschmidt am Festakt zum Tag der Philophischen Fakultät im Juli feierlich überreicht werden.


Mehr zu Thomas Schaarschmidt (Vita, Projekt, Publikationen) .....

 

 



 


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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