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1. Dezember 2016

Start des Graduiertenkolleg "Soziale Folgen des Wandels der Arbeitswelt"

Die Arbeitswelt hat sich seit den 1970er Jahren rasant gewandelt. Zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten des von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierten Graduiertenkolleg "Soziale Folgen des Wandels der Arbeitswelt" untersuchen ab 1. Dezember 2016, welche Folgen dies für die Arbeitsbeziehungen, die Arbeitspraktiken sowie die Soziallagen hatte und wie Gewerkschaften, wissenschaftliche Experten und die Arbeitenden selbst dies deuteten. Geleitet wird das Kolleg gemeinsam von Frank Bösch (Sprecher) und Winfried Süß (beide ZZF), Stefan Berger (ISB Bochum) und Andreas Wirsching (IfZ).
Die in der Abt. IV (Regimes des Sozialen) am ZZF angesiedelte Potsdamer Arbeitsgruppe fragt insbesondere nach den Auswirkungen des Wandels der Arbeitswelt auf soziale Ungleichheitsverhältnisse. Als Doktoranden forschen am ZZF Jessica Elsner, Stefan Zeppenfeld und Ronny Grundig zu folgenden Themen:  Arbeitsverhältnisse, Geschlecht und soziale Ungleichheit im Automobilbau der DDR – Das Automobil-Werk-Eisenach (AWE) seit den 1970er Jahren (Jessica Elsner), Von der Lohnarbeit zur Selbstständigkeit - Migrantische Arbeitswelten nach dem Anwerbstopp in West-Berlin (Stefan Zeppenfeld) und Die soziale Bedeutung des Erbens im bundesdeutsch-britischen Vergleich (Ronny Grundig)
 



30. November 2016
Was tun Menschen mit Dingen – und Dinge mit Menschen?
Neue ZF-Ausgabe (Heft 3/2016) erschienen 


Das fächerüber-greifende Interesse an materieller Kultur hat inzwischen auch die zeithistorische Forschung erreicht. Das Themenheft "Der Wert der Dinge" der Zeitschrift Zeithistorische Forschungen beschäftigt sich unter anderem mit Konservierungstechniken und dem Wandel des Kunstmarktes im 20. Jahrhundert, mit Baustoffen und den Pariser Vorortverträgen nach dem Ersten Weltkrieg, mit Babyfläschchen und Familienstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland und in Schweden sowie mit der Raumgestaltung von Arbeitsämtern in der Bundesrepublik und in Großbritannien. Dabei geht es nicht in erster Linie um materielle Objekte als solche, sondern vielmehr um die Verhältnisse zwischen Menschen und Dingen: Wie wirkt sich der Gebrauch bestimmter Dinge in bestimmten Zeiten auf menschliche Handlungen aus? Welche Verhaltensweisen werden ermöglicht oder auch verhindert?
Antworten lesen Sie in der Online-Ausgabe des Themenheftes...

ZZF Pressemitteilung vom 01.12.2016 zum Themenheft (pdf)



29 . November 2016
Besuch aus Weißrussland


Dozentinnen und Dozenten aus Weißrussland informierten sich beim Gespräch mit Dr. Jan C. Behrends und Hanno Hochmuth über die Ost(mittel)europa-Forschung am ZZF.

Mehr auf der Seite ZZF News-Chronik...

 

TAGUNGSBERICHTE

 
Generationen linker Politik in der Bundesrepublik 1947 - 1989 (23.06.2016, Potsdam)
Tagungsbericht vom 12.09.2016 auf H-Soz-u-Kult von Marcel Bois

Tagung Globales Engagement im Kalten Krieg. Internationale Solidarität in Ost- und Westdeutschland  (21.-22.04.2016, Potsdam)
Tagungsbericht vom 03.09.2016 auf H-Soz-u-Kult von Frank Bösch und Stefanie Senger

 

Das ZZF in den Medien


6. Dezember 2016
Leibniz-Magazin
Flucht in eine andere Realität
Viele Menschen in der DDR haben immer an die Wiedervereinigung geglaubt – manche steigerten sich sogar in einen Wahn hinein. Die ZZF-Historikerin Fanny Le Bonhomme hat psychiatrische Krankenakten aus den 1960er Jahren ausgewertet. Sie erlauben einen intimen Blick hinter den Eisernen Vorhang.


4. Dezember 2016
WDR 5
Adolf Marschall von Bieberstein prägt das Schlagwort "Flucht in die Öffentlichkeit"
ZZF-Direktor Frank Bösch beschäftigte sich für sein Buch "Öffentliche Geheimnisse. Skandale, Politik und Medien in Deutschland und Großbritannien 1880-1914" unter anderem mit dem Fall des Außenministers des deutschen Kaiserreichs, Marschall von Bieberstein. Dieser nutzte die Öffentlichkeit als Mittel gegen eine interne Intrige.
 

3. Dezember 2016
Potsdamer Neueste Nachrichten
Aufarbeitung ohne Alternative
02. Dezember 2016
Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ)
Aufarbeitung der Uni-Geschichte fängt erst an
Beide Artikel resümieren das von Professor Frank Bösch organisierte Symposium zur Gründung der Universität Potsdam (2. Dezember 2016). Die Neugründung der Universität Potsdam vor 25 Jahren bleibt bei Kritikern weiterhin umstritten, die v.a. bemängeln, dass der größte Teil der Brandenburgischen Landeshochschule "Karl Liebknecht" mit seinen Mitarbeitern 1991 den Kern der neuen Universität gebildet hätten.
(Der Beitrag in der MAZ ist derzeit noch nicht online)


1. Dezember 2016
hallo Deutschland
Grenzpolizei vor 70 Jahren
Anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung der Grenzpolizei der DDR blickt die ZDF-Sendung "hallo Deutschland" zurück auf das System der Grenzsicherung und dessen handelnde Personen. ZZF-Historiker Hans-Hermann Hertle ordnet das Verhalten der Grenzpolizisten insbesondere am 9. November 1989 ein.
(Der Beitrag beginnt ab 24:57min).



29. November 2016
Süddeutsche Zeitung
Gefährliche Bilder
Rudolf Walther rezensiert für die Süddeutsche Zeitung das Buch "Agenten der Bilder" von ZZF-Historikerin Annette Vowinckel. Darin beschreibt sie die politische Fotografie des 20. Jahrhunderts. Fazit Walthers: "Annette Vowinckel ist ein großer Wurf gelungen, mit dem sie postmoderne Plattitüden und Vereinfachungen zur Bildproduktion kritisiert."
 


 

Ausschreibungen

 

Am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) ist zum 1.2.2017 eine drittmittelfinanzierte Stelle für
1 wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (Doktorand/in)
im Teilprojekt DDR/Ostdeutschland zu besetzen.
Zur Ausschreibung ...


Am ZZF Potsdam sind voraussichtlich zum 1. Februar 2017
4 Stellen einer studentischen bzw. wissenschaftlichen (B.A.) Hilfskraft (m/w)

in Abteilung I zu besetzen. Bewerbungen sind bis zum 20. Dezember 2016 möglich.
Zur Ausschreibung...
 

Veranstaltungen

 

Konferenzen / Tagungen / Vorträge

 

Kooperationsveranstaltungen des Centre Marc Bloch, Berlin (CMB) und des ZZF Potsdam

12. Dezember 2016 | 18 - 20 Uhr
Ort: CMB, Salle Germaine Tillion
Friedrichstraße 191 10117 Berlin

Filmvorführung mit Podiumsdiskussion
Oleg's Choice - Zum Konflikt in der Ostukraine

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19. Dezember 2016 | 14 - 16 Uhr
Ort: CMB, Georg-Simmel Saal
Friedrichstraße 191 | 10117 Berlin

Buchpräsentation mit
Michael Christian (Universität Genf)
Genossen oder Apparatschiks? Die Kommunisten in der DDR und in der Tschechoslowakei (1945-1989)

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Eintritt zu beiden Veranstaltungn frei
Anmeldung nicht erforderlich



Gesprächsabend

Poetik und Geschichte.
Paula Fürstenberg im Gespräch über ihren Roman "Familie der geflügelten Tiger"


Dienstag, 13. Dezember 2016 | 18 Uhr
Ort: ZZF Potsdam | Großer Seminarraum

Eintritt frei | Anmeldung nicht erforderlich

Veranstalter: Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam und des Instituts für Germanistik der Universität Potsdam

Einladungsflyer (pdf)

 

ZZF Institutskolloquium

 

Vortrag im ZZF-Institutskolloquium

Wintersemester 2016/17

Donnerstag, 8. Dezember 2016 | 10 Uhr
Ort: ZZF Potsdam | Großer Seminarraum
Am Neuen Markt 9 d | 14467 Potsdam

Thema:
Der deutsche Sonderweg. Biografie einer intellektuellen Figur

Referentin: Franka Maubach (Jena)

Alle Termine des ZZF-Institutskolloquiums
im aktuellen Semester....
  

 

Ausstellungen

 

Ausstellung


Fotografien von Rudi Meisel  
LANDSLEUTE 1977 - 1987

9. November 2016 - 25. August 2017
Mo - Do 10 - 17 Uhr
Fr 10 - 15 Uhr

Ort: Bibliothek des ZZF Potsdam
Am Neuen Markt 9 d | 14467 Potsdam

Eine Ausstellung des Vereins der Freunde und Förderer des ZZF in Kooperation mit: LAkD und Unterstützung des ZZF


 

Veranstaltungsreihen

 

Ringvorlesung im Wintersemester 2016/2017

Die Sehnsucht nach dem Echten
Historische Authentizität in Museen, Stadträumen, Wissenschaft und Erinnerungskultur

Montags 18.00-20.00 Uhr
24. Oktober 2016 -
13. Februar 2017

Ort: Deutsches Historisches Museum, Auditorium | Berlin
Eintrit frei

12. Dezember 2016
Peter Haslinger (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Marburg)
Authentische Räume? Karten als "Objektive" Medien nationaler Politik

Flyer mit allen Terminen der Ringvorlesung (pdf)

 

 

 

Leibniz-Forschungsverbünde


Das ZZF Potsdam ist in zwei Leibniz-Forschungsverbünden vertreten:
Der Leibniz-Forschungsverbund „Historische Authentizität" wird vom ZZF Potsdam koordiniert (Koordinator: Dr. Achim Saupe), Sprecher ist ZZF-Direktor Prof. Dr. Martin Sabrow.


Die Website des Leibniz-Forschungsverbundes "Krisen einer globalisierten Welt" ist abrufbar unter dem Link http://www.leibniz-krisen.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Neuerscheinungen

 


Henning Türk

Ludwig Andreas Jordan und das Pfälzer Weinbürgertum
Bürgerliche Lebenswelt und liberale Politik im 19. Jahrhundert Bürgertum

Neue Folge Studien zur Zivilgesellschaft - Band 012

Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, 424 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-525-36851-0
ebook: ISBN 978-3-647-36851

Die Studie porträtiert Ludwig Andreas Jordan als Protagonisten einer Schicht wohlhabender ländlicher Gutsbesitzer in der Pfalz, welche die Umbrüche des 19. Jahrhunderts unter liberalen Vorzeichen mitgestalteten. Ludwig Andreas Jordan war nicht nur ein pfälzischer Weingutsbesitzer, sondern entwickelte vor allem als Vertreter des »Weinbürgertums« politische und wirtschaftliche Initiativen, seine Umwelt im liberalen Sinne umzugestalten. Jordans Lebenswelt steht exemplarisch für diese Schicht von Großwinzern, deren Machtstellung im Lokalen wurzelte, aber bis auf die nationale Ebene reichte. Auf der Basis von privaten Tagebüchern, Briefen und staatlichen Quellen liefert die Studie neue Impulse zur Bürgertumsforschung und zur Geschichte des Liberalismus.

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Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History

Themenheft 3/2016: Der Wert der Dinge
hrsg. von Simone Derix, Benno Gammerl, Christiane Reinecke und Nina Verheyen

Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
Druck-Ausgabe ISSN 1612-6033
Online-Ausgabe ISSN 1612-6041

Die materielle Dimension sozialer Praktiken wurde in der Zeitgeschichte lange vernachlässigt. Inzwischen hat das fächerübergreifende Interesse an materieller Kultur aber auch die zeithistorische Forschung erreicht. Das Themenheft beschäftigt sich unter anderem mit Konservierungstechniken und dem Wandel des Kunstmarktes im 20. Jahrhundert, mit Baustoffen und den Pariser Vorortverträgen nach dem Ersten Weltkrieg, mit Babyfläschchen und Familienstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland und in Schweden sowie mit der Raumgestaltung von Arbeitsämtern in der Bundesrepublik und in Großbritannien.


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Sina Fabian

Boom in der Krise
Konsum, Tourismus, Autofahren in Westdeutschland und Großbritannien 1970-1990

Wallstein Verlag, Göttingen 2016
ISBN 978-3-8353-1920-2

Konsum, Tourismus, Autofahren - sind die 1970er Jahre mit diesen Schlagworten adäquat beschrieben, oder handelt es sich nicht vielmehr um ein Jahrzehnt der Krisen? Einerseits war der Alltag der westdeutschen und britischen Bevölkerung durch eine kontinuierliche Ausweitung der Konsummöglichkeiten geprägt. Andererseits kommen die Folgen des Ölschocks im Bild der leeren Autobahnen zum Ausdruck. Sina Fabian greift beide Erzählweisen auf und diskutiert die 1970er Jahre im Spannungsverhältnis von Krise und Boom. Sie untersucht den Einfluss von Ölpreis- und Wirtschaftskrisen auf den Tourismus und die PKW-Nutzung als zwei teuren Konsumgütern, die in beiden Ländern gerade während des Untersuchungszeitraums an Bedeutung gewannen. Ebenso fragt sie, inwieweit sich der steigende Konsum tatsächlich als Ausdruck fortschreitender Individualisierung begreifen lässt? Stellen Pauschalreisen und Fließbandprodukte die Individualisierungsthese nicht weit eher in Frage? Anhand unterschiedlicher Quellen, die von statistischen Erhebungen bis hin zu Tagebüchern und Reiseberichten aus der Bevölkerung reichen, relativiert die Autorin herkömmliche Lesarten der inzwischen vielfach historisierten 1970er Jahre.


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Gerhard Sälter / Johanna Dietrich / Fabian Kuhn

Die vergessenen Toten
Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948-1961)

Ch. Links Verlag, Berlin 2016
ISBN 978-3-86153-933-9

28 Jahre, in denen die Mauer stand, haben die Zeit der Teilung Berlins seit 1948 nahezu in Vergessenheit geraten lassen. Doch auch vor 1961 gab es ein Grenzregime der DDR, das zahlreiche Opfer gefordert hat. Zwischen 1948 und 1961 kamen an den Berliner Grenzen 39 Menschen ums Leben, darunter ein West-Berliner Polizeibeamter, zwei amerikanische Soldaten und zwei DDR-Polizisten. Die meisten der zivilen Todesopfer wurden im Zusammenhang mit Grenzkontrollen von Polizisten der DDR erschossen. Im Buch werden erstmals die Biographien der Toten und die Umstände ihres Todes geschildert, wobei die Ermittlungen in Ost und West einbezogen sowie der öffentliche Umgang mit den Opfern behandelt werden.


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Jens Gieseke / Andrea Bahr

Die Staatssicherheit und die Grünen

Ch. Links Verlag, Berlin 2016
ISBN 978-3-86153-842-4

Als die Grünen 1980 die politische Bühne betraten, waren Aktivistinnen wie Petra Kelly für die DDR zunächst umworbene Partner in der Friedensbewegung. Doch als Verfechter eines blockübergreifenden Politikansatzes wurden die Grünen mit ihren Wahlerfolgen im Westen zunehmend unbequem. Die DDR-Führung versuchte, gegen die grüne Doppelstrategie von offiziellem Dialog mit den SED-Oberen und Basiskontakten zur Unterstützung der DDR-Opposition vorzugehen. Die vorliegende Studie ordnet das Vorgehen der Staatssicherheit in den Kontext der SED-Westpolitik ein und beschreibt die vielfältigen Versuche, die grünen Aktivisten geheimdienstlich unter Kontrolle zu bringen. Jens Gieseke und Andrea Bahr analysieren dazu das Netz von nachrichtendienstlichen Quellen und Abhörtechnik sowie die Informationslieferungen über die Grünen an die SED-Führung. Zugleich untersuchen sie die Anfälligkeit einzelner grüner Politiker für kommunistische Einflüsse.


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Christoph Classen (Hg.)

Transnational Broadcasting in Europe 1945-1990
Jg. 2 (2016), Heft 1

in der Reihe: Spiel. Neue Folge. Eine Zeitschrift zur Medienkultur

Peter Lang Verlag, Bern 2016
ISSN 0722-7833

Funkmedien wie Radio und Fernsehen können nationale Grenzen scheinbar ungehindert überschreiten. Diese technische Eigenschaft hat im 20. Jahrhundert große Faszination ausgeübt, die man auf alten Radioskalen an den Namen exotischer Sender ablesen kann. Dem technischen Versprechen stand jedoch in Europa traditionell eine politische Haltung gegenüber, die Rundfunk als nationale staatliche Angelegenheit begriff und ihn für die Integration nach innen in den Dienst zu nehmen versuchte. Grenzüberschreitende Sender wurden nicht selten technisch oder auf politischer Ebene bekämpft – zumal während des Kalten Krieges. Das Themenheft widmet sich mittels Fallstudien unter anderem zu Radio Luxemburg, den sogenannten "Piratensendern" und dem DDR-Rundfunk dem Spannungsverhältnis zwischen der inhärenten Transnationalität des Rundfunks einerseits und den nationalen bzw. blockbezogenen Ordnungs- und Einhegungsbemühungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


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Martin Sabrow (Hg.)

Die schwierige Einheit

in der Reihe: Helmstedter Colloquien

Akademische Verlagsanstalt, Leipzig 2016, 218 Seiten
ISBN 978-3-946-28101-6

Der vorliegende Band der Helmstedter Colloquien dokumentiert in für den Druck überarbeiteter Form die einzelnen in der Aula der einstigen Universität gehaltenen Vorträge auf den 21. Helmstedter Universitätstagen. Sie befassten sich unter dem Thema „Die schwierige Einheit“ mit dem Zusammenwachsen der geteilten deutschen Nation nach 1989, aber auch mit den Grenzen der Annäherung und den fortwirkenden Bürden der Teilungsgeschichte. Die einzelnen Beiträge analysieren die Hoffnung auf ein zweites Wirtschaftswunder, die den Weg in die Einheit begleitete; sie diskutieren die Veränderungen im Parteiensystem und die sozialstaatlichen Belastungen der staatlichen Vereinigung, sie mustern Konfliktfälle wie den deutsch-deutschen Kunststreit und die Debatte um den Begriff „Unrechtsstaat“, und sie fragen nach den Folgen des Umbruchs von 1989/90 für die Generationsbildung. Den Abschluss bilden die Eröffnungsbeiträge einer Podiumsdiskussion, die unter dem Titel „Vereint – aber nicht vereinigt? Die deutsche Einheit zwischen Mythos und Modell“ die verschiedenen Perspektiven auf die deutsche Einigungsgeschichte seit 1990 gegeneinander hielt.


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Martin Sabrow

Erich Honecker
Das Leben davor
1912-1945

C.H. Beck Verlag, München 2016, 623 Seiten, 23 Abbildungen
ISBN 978-3-406-69809-5

Nichts verkörpert die DDR so sehr wie das maskenhafte Gesicht Erich Honeckers und dessen kommunistische Musterbiographie, die ihm der Parteiapparat maßschneiderte. Martin Sabrow zeigt auf der Grundlage zahlreicher unbekannter Quellen, welche überraschenden Brüche und Nebenwege das Leben des saarländischen Jungkommunisten prägten. Erich Honecker (1912 – 1994) war von frühester Kindheit an fest im kommunistischen Milieu des Saarlands verwurzelt, und doch war er als Teenager auch offen für neue Orientierung. Er fuhr nach Pommern, um Bauer zu werden, kehrte für eine Dachdeckerlehre in die Heimat zurück, studierte an der Parteihochschule in Moskau und ging 1933 in den Widerstand. Erstmals werden diese Stationen detailliert nachgezeichnet, und sie eröffnen überraschende Ausblicke, etwa auf Honeckers enges Verhältnis zu Herbert Wehner oder seine Beteiligung an einem Terroranschlag. 1935 musste der Jungfunktionär untertauchen. Was machte er monatelang in Paris? Wie kam es zu seinem konspirativen Einsatz in Berlin und wie zu seiner Verhaftung? Von Rätseln umrankt war bisher auch, wie es Honecker gelang, wenige Wochen vor Kriegsende zu fliehen und bald darauf unbehelligt ins Gefängnis zurückzukehren. Die bahnbrechende Jugendbiographie des Revolutionärs und Überlebenskünstlers endet im Mai 1945, als Honecker eher zufällig Zugang zu Ulbricht fand und der Kaderabteilung seinen kommunistischen Lebenslauf einreichte, über den fortan die Partei wachte.


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Martin Schmitt

Internet im Kalten Krieg
Eine Vorgeschichte des globalen Kommunikationsnetzes

transcript Verlag, Bielefeld 2016, 250 Seiten
ISBN 978-3-8376-3681-9

Das Internet ist das dominante Kommunikationsmedium des 21. Jahrhunderts. Nicht zuletzt die Ereignisse um die Enthüllungen von Edward Snowden haben gezeigt, dass es sich zu einem Netzwerk der Freiheit wie auch der Überwachung entwickelt hat. Wo aber liegen seine Ursprünge? Martin Schmitt bietet eine dringend notwendige Neueinordnung der Geschichte des Internet, indem er dessen Entstehung in den USA von 1967-1975 historisiert. Er verdeutlicht, wie das Internet als kybernetisches System im Kalten Krieg zwischen Gegenkultur, Wissenschaft und Militär konzipiert wurde und dass es von Anfang an sowohl emanzipatorische wie auch überwachende Tendenzen bediente. Erst durch den Blick auf seine Geschichte kann die Wirkungsweise des Internet in der Gegenwart verstanden werden.


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Annette Vowinckel

Agenten der Bilder
Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert

Wallstein Verlag, Göttingen 2016, 480 Seiten
ISBN 978-3-8353-1926-4

Wie verändert der Ansturm der Bilder im 20. Jahrhundert politisches Handeln und Öffentlichkeit? Fotografiegeschichte wird oft als Geschichte der Bilder geschrieben. Wer aber fotografiert unter welchen Bedingungen und für wen? Wer wählt Fotografien zur Publikation aus (und verwirft oder zensiert andere), und wer nutzt sie zu welchem Zweck? Annette Vowinckel beschreibt die an der Bildproduktion beteiligten Berufsgruppen der Fotojournalisten und Bildredakteure als »Agenten der Bilder«.


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